Einmal die Woche kommt Claire (Kerry Fox) zu dem Barkeeper Jay (Mark Rylance) in seine versiffte Wohnung. Sie kennen sich nicht einmal beim Namen, doch sie haben wilden Sex. Aus dem ausschließlich selbstnützigen Sex ist schnell ein wöchentliches Ritual geworden, das anfängt Jay zu nerven.Wie viel ihm Mittwochssex bedeutet, merkt er erst, als sie eines Tages nicht mehr auftaucht. Er beginnt sich für sie als Person zu interessieren und findet heraus, dass sie Theaterschauspielerin ist - und verheirat. Er freundet sich mit ihrem recht einfach gestrickten Mann Andy (Timothy Spall) an - ein Spiel, das nicht lange gut gehen kann...
Schnell wird dem Zuschauer klar, dass das einzige, was die Beziehung ausmacht, Sex und das Fehlen jeglicher Intimität ist. Keine Gefühle, keine Verpflichtungen, keine Eifersucht. Die Rechnung geht auf, zumindest solange, bis Jay anfängt der Unbekannten hinterher zu spionieren. |
Darsteller: Kerry Fox, Mark Rylance
Regie: Patrice Chérau
"Intimacy" wurde auf der diesjährigen Berlinale u. a. mit dem Goldenen Bären für den Besten Film ausgezeichnet. Regisseur Patrice Chérau zeichnet mit trostlosen Bildern ein kaltes Milieu, in dem es die kleinen Dinge sind, die den Menschen etwas bedeuten. Der Sex zwischen Jay und Claire wird ungewohnt freizügig gezeigt, die Grenze zum voyeuristischen wird nie überschritten. Der Zuschauer soll nah dabei sein, aber nicht erregt werden. Die Gefühlskälte ist das, was eigentlich nahe geht. Ein Kunstwerk über Triebe, Hoffnungen und Nähe.
(and)
www.intimacy-derfilm.de
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