Joe Goulds Geheimnis

Wo schriftliche Überlieferungen versagen

Kinostart: 17.08.2000

Darsteller: Ian Holm, Stanley Tucci,
Susan Sarandon, Patricia Clarkson
Regie:Stanley Tucci

Wer bei dem Titel des Films eine Detektivgeschichte oder einen mysterygeladenen Thriller erwartet, der wird enttäuscht werden. Spannend oder geheimnisvoll ist in diesem Film wirklich nichts. Die Hauptperson Joe Gould (Ian Holm) ist ein exzentrischer Schriftsteller im Jahre 1942, der auf der Straße lebt und es liebt sich schräg in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damit erntet er die Sympathie und Spenden seiner Künstlerfreunde in New York Greenwich Village, von denen er lebt. Der Reporter Joseph Mitchell (Stanley Tucci) ist fasziniert von ihm und seiner Arbeit an seinem Lebenswerk, der "mündlich überlieferten Geschichte der Menschheit", die alles das umfasst, was Joe in seinem Leben auf der Straße mitbekommt. Das von Mitchell verfasste Portrait über Joe Gould macht ihn bekannt und weckt das Interesse an dessen Lebenswerk, doch Gould weigert sich, es verlegen zu lassen. Mitchell ist der einzige, der Joe Goulds Geheimnis kennenlernt und es erst lange nach Goulds Tod in einem zweiten Artikel offenbart...
Die Charaktere dieser wahren Geschichte sind mit den Hauptdarstellern nicht nur exzellent besetzt, sondern haben in Stanley Tucci auch einen Regisseur mit Faible für die 40er Jahre gefunden. Und so ist es nicht verwunderlich, daß das Umfeld und die Eigenheiten der Künstlerszene überzeugend dargestellt werden. Mit etwas Phantasie mag man hier die kulturell wertvolle Symbiose aus Wort und Schrift sehen, personifiziert in Joe Mitchell und Joe Gould, aber Fakt bleibt leider, das auch die großartige Inszenierung die dürftige Story nicht rettet. (and)